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Strom vom Himmel

Mal so gar nichts für's Boot! Bau und Betrieb einer Photovoltaikanlage mit Notstromversorgung. Stromausfälle - und mögen sie auch nur selten oder nie geschehen, können uns nicht treffen.



08.03.2024 | © pt


Strom ganz einfach selbstgemacht

Heute eine recht zeitgemäße Bastelei, ich brauchte ein Projekt – körperlich war ich nicht so ganz auf der Höhe im Herbst letzten Jahres und suchte etwas, wo ich ganz langsam und gemütlich vor mich hinprüddeln konnte – ohne Druck und gänzlich selbstbestimmt.

Solaranlage
18 Module (7,5 kWp) mit einer Fläche von 35 m²

Generatorhaus
Ein Generatorhaus, eigentlich ist es gedacht für Mülltonnen, für den 3,5 kW-Generator von Brast

Dramatisch lange brauchte ich nicht zu suchen, fiel mir doch ein Gespräch mit Frau Cornelia ein. Es lag einige Jahre zurück, ist mir aber im Hirn geblieben. Es wäre doch nicht schlecht, resümierten wir damals, wenn wir für den Fall der Fälle eine unabhängige Stromversorgung hätten. Was könnte nicht alles passieren, wenn für längere Zeit, Stunden, Tage womöglich, der Strom ausfiele. Ach, ach ach! Man könne ja nie wissen. Das ganze Tiefkühlgemüse wäre hin und was nicht sonst noch alles. Licht hätten wir auch keines in den Abendstunden. Schon weil unser lächerlicher Vorrat an Teelichtern, es mögen runde 300 Sammelstücke sein, verteilt sind sie auf runde fünf Schränke in verschiedenen Räumen, gewiss nicht lange reichen würde. Noch einmal: Ach, ach ach!

Ich versprach mich zu kümmern. Lange vor der „Gasmangellage“ ist das gewesen, lange vor dem schändlich verbrecherischen Überfall von Putin und seinen Schergen auf die Ukraine. Ich versprach es also und wie das so ist manchmal, vergaß meine Zusage bald wieder.

Unterverteilung mit Schalteinrichtung
In der Unterverteilung wird von Netzstrom auf Solarstrom geschaltet

Nun wurde die verrückte Idee von damals neu geboren: Eine Notstromversorgung für alle Fälle, aber nicht nur, man könnte doch auch...

Ja sicher, ich kombiniere das Ganze mit einer Photovoltaikanlage und Speicherakkus, dachte ich so bei mir selbst. Ein Dach stand zur Verfügung, nicht riesig und auch nicht optimal ausgerichtet. Müsste aber gehen, oder? Ich ventilierte meine Ideen einige Male hin und her, dann ging es zur Sache:

Material beschaffen, einen Generator, nicht zu klein, nicht zu groß, Kabel, einen Wechselrichter, Solarmodule, ordentliche Akkuzellen, ein Generatorhaus und was man sonst noch so braucht. Das Alles strippte ich in einigen Wochen zusammen, ganz langsam und gemütlich. Nein, das stimmt nicht völlig, die Solarmodule brachten Schwager Harald und Schwiegersohn Nico auf's Dach, ich war zu feige und hatte zudem Dachverbot von meiner lieben Frau. Die beiden Jungs übrigens waren fix - nach einem halben Tag im feuchten Herbst kletterten sie schon runter vom Dach und meldeten Vollzug: "Fertig Cheffe, sitzt alles!"

Batteriebank
Ein Blick auf die unter der Decke hängende 14 kW-Akkubank und das BMS (Batteriemanagmentsystem)

Wechselrichter
Der Growatt 5 kW-Wechselrichter - zwei wären noch besser gewesen

Und zum Glück muss ich sagen, habe ich in einem zweiten Punkt auf Frau Cornelia gehört, ich hatte vor gehabt den Wechselrichter und einiges Andere in einem kleinen Raum neben unserem Schlafzimmer zu verbauen, war ganz verliebt in die Idee. Es passte so gut, der Kabel wegen.

Frau Cornelia war dagegen, strikt: „Nix kommt da rein, ich brauch' den Platz, basta!“

Heute bin ich ihr dankbar, der Frau Cornelia, der Lüfter des Wechselrichters macht einen Höllenkrach wenn er hart arbeiten muss. An Schlaf wäre wohl kaum noch zu denken gewesen.

So, ich merke, dass ich zum Schreiben keine echte Lust habe, heute. Darum mach ich Schluss damit und hänge für wirklich Interessierte und nur für die, den Link zu meiner

PDF Betriebsanleitung – Notstrom- und Solaranlage


an. Aus Ihr kann man entnehmen was ich wie und warum zusammengefrickelt habe. Sogar ein paar Stromlaufpläne sind dabei - zugegeben, sie gehorchen keiner Norm. Früher, in meinem alten Leben war ich kein großer Dokumentarist, jetzt aber wollte ich es mir einmal zeigen. Solch Anlage hält ja mit Glück einige Jahre und irgendwann ist man selbst verhindert, kann nicht mehr eigenhändig auf Fehlersuche gehen.

Soviel noch zum mehr oder weniger guten Schluss:

Ich bin recht zufrieden mit meiner Bastelarbeit, das Ding läuft ordentlich, es brachte uns im dunklen Januar '24 30,1% unseres Strombedarfs und im verregneten Februar sogar schon 53,7% und mit dem Gelde ging es auch. Für mich ist das von großer Wichtigkeit, nur 10.229,80 Euro hab ich ausgegeben für den ganzen Krempel, den ich da zusammengestrickt habe.

Der Komfort wäre noch größer, das sei zugegeben, hätte ich meinen Geiz besiegt und zwei Wechselrichter eingekauft. Frau Cornelia könnte dann zeitgleich waschen, bügeln, parallel ein schmackhaftes Mahl, sowohl auf dem Herd, als auch im Backofen zubereiten und zusätzlich noch ihr geliebtes Heizkissen und die Spülmaschine betreiben, während ich CO²-neutral im gemütlichen Sessel sitzend die elektrische Zeitung lese.



Und natürlich, eine solche Anlage darf man selbstverständlich nicht allein zusammenschrauben, zertifizierte Fachleute für Planung und Ausführung solcher Bauvorhaben sind notwendig vorgeschrieben, jeder weiß das. Weil das so ist, ist alles was hier geschrieben steht natürlich nichts anderes als ein großes dummes Märchen.


Leistung der PV - Anlage

Monat/Jahr
kWh Netz
kWh PV
kWh Gesamt
PV-Anteil
01.24

207

89
296
30,1 %
02.24
114
132
246
53,7 %
03.24
29
233
262
88,9 %




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